Die nun mit den hohen VL-Weihen gesegneten Glücksritter sind in den Underground zurückgekehrt, selig und deliriös.
Wir möchten an dieser Stelle betonen, daß uns der Unterschied
zwischen Rolle und Darsteller sehr wohl bewußt ist. Der
Einfachheit halber benutzen wir hier jedoch die Namen der Figuren.
Frankfurt am Main, 17.03.99, 12.50 Uhr
Morgaine litt 4 Wochen unter urlaubsbedingtem Internet- und (was
noch viel schlimmer ist) VL-Entzug. Nun verlässt sie ihr
hessisches Exil und macht sich auf die abenteuerliche Reise in
die Domstadt Köln, die Schauplatz ganz außergewöhnlicher
Ereignisse zu werden verspricht. Nach Ankunft besorgt sie sich
ein relativ günstig gelegenes Hotelzimmer und schlürt
ihre Plörren zu Fuß dorthin. Betreten hatte sie das
Etablissement in fetten Waldarbeiterschuhen, Jeans, Kati-Zopf
und Lederjacke. Nach einer Stunde Verwandlungskunst sieht man
es im Gesicht des Portiers arbeiten: Wer zum Teufel ist diese
Frau, die da die Treppe herunterkommt und wie ist sie ins Haus
gelangt? Bevor ihn endgültig die Erleuchtung erlangt, ist
Morgaine schon zur Tür hinaus, zum Treffen mit Gilligan,
die sie bisher nur per Telefon kennt.
Köln, 17.00 Uhr
Das erste leibhaftige Treffen von Gilligan und Morgaine. Man,
bzw. frau versteht sich auf Anhieb und schlonzt noch ein wenig
durch die Kölner Innenstadt, bevor der Captain nebst Wirtin
eingesammelt werden muß. Vor dem legendaer-mondaenen Domhotel
entdecken die beiden dann tatsächlich *Charly
Schneider*, forschen Schrittes, tigerbehost und pelzbemäntelt,
ganz die mondäne Galeristin. Kurz darauf verlassen
Heidi Kabel und Inge Meisel das Haus. Ob sie sich schon mal auf
den Weg zur VL-Party machen? Man kann ja nie wissen, ob sich auf
den 200 Metern bis zum "Alten Wartesaal" vielleicht
doch ein Stau formiert hat.
Köln, 18.41 Uhr
Ein Urknall der Gefühle beim ersten vollständigen Triumviratstreffen!
Morgaine und der Captain fallen sich nach langer beidseitiger
urlaubsbedingter Abwesenheit in die Arme und in bester Laune wird
ein nahegelegener Bierkeller aufgesucht, der als Ort der Kartenübergabe
auserkoren worden war. Man sitzt bei Kölsch und Wasser (Morgaine)
und harrt der VL-Gewährsfrau S. aus K., ihres Zeichens die
Überbringerin der heiß ersehnten Karten. Dank des Captains
sind wir standesgemäß mit Buttons bewaffnet, die uns
als offizielle Delegation des Undergrounds ausweisen und auch
sehr bald ihren Zweck erfüllen.
20:00 Uhr
Wo bleibt S. aus K.? Wir wollen die Karten!
Die Mädels werden unruhig, stromern mal in den Keller, dann
wieder zum Eingang und tatsächlich erkennt unsere Kölner
Gewährsfrau den Underground-Sticker und begrüßt
uns. Mit im Schlepptau der Redakteur einer lokalen Sonntagszeitung
und die Darstellerin von "Clarissas Mädchen". Glücklich
über die Vereinigung trinken wir noch ein Kölsch und
erhalten unsere Karten. Wir stellen uns vor, erklären uns
zu Junkies und stellen fest, daß wir im Auftrag des Herrn
reisen und uns als offizielle Vertretung der Belegschaft verstehen.
Danach tauschen wir noch unsere Lieblingsfehler in VL aus und
als Der Captain dann ein "Und diese wirren Dialoge!"
einwirft, gibt sich Gewährsfrau S. als Dialogautorin zu erkennen!
Dieses Outing wird natürlich mit diversen "Gib mir
etwas Zeit!" bzw. "Wir müssen miteinander
reden!" quittiert. Ja, es tut manchmal schon weh, was
da gesendet wird: Erika meinte letztens "Wenn das rauskommt,
ist meine Ehe ein Scheiterhaufen!", Heinos "Kommt
deine CD jetzt als Song raus?" ging ebenso durch wie
Jackies "Das war doch nur der Tropfen auf dem heissen
Stein!" "Aber was soll man machen..."
seufzt S. Weiterhin weiß sie zu berichten, daß das
Forum und mittlerweile auch der Underground mit Argusaugen beobachtet
wird. Beispielsweise der Trend, Kati öfters mit offenen Haaren
zu präsentieren, gehe eindeutig auf die Forumsmeinung zurück.
Wir sind befremdet. Bzw. eher baff! Auch werden gerne Forumsnamen
auf dem Set übernommen: Gabriella wird z.B. auch hier "Ramona"
gerufen...
Köln, Alter Wartesaal, 20.30 Uhr
Gerade sind wir erst stolze Besitzer der ausgesprochen dezent
berosten Klappkarten geworden, als sie uns schon am Eingang -
nach schnellem Blick auf die Gästeliste - wieder abgenommen
werden. Aber was uns drinnen erwartet, läßt uns diesen
kleinen Kummer vergessen.
Man sieht sich um, ist geblendet von soviel
blond der ungezählten Katidoubles und beschließt zunächst
die Garderobe und dann die Bar einer Begehung zu unterziehen.
Das Rahmenprogramm hat bereits begonnen. Durch den Abend führt
Gayle Tufts, die großartige amerikanische Entertainerin
aus Berlin, zwar ohne ihren Pianisten Rainer Bielfeldt, dafür
aber mit dem ihr eigenen Humor und Schalk. Leider ist ihr Job
etwas undankbar, weil die vielen wahnsinnig wichtigen Leute wahnsinnig
viel wahnsinnig laut über wahnsinnig wichtige Dinge reden
müssen, wahlweise face-to-face oder per Handy.
Trotzdem werden an die altgedienten VL-Darsteller Preise verteilt. Jacki bekommt Küchenwerkzeug für ihre erste Wohnung (wie alt ist die Frau eigentlich?). Stoffel erhält eine Bowlingkugel samt dazu passenden Schuhen, überreicht durch einen sehr schweigsamen Deutschen Bowlingmeister, der die Präziosen am liebsten gar nicht mehr hergeben möchte. Charlie macht gekonnt auf Marilyn Monroe für eine Gesamtausgabe der Werke Erich Kästners. Leider ist es Arno nicht vergönnt mit zwei eigens für diesen Zweck bestellten Streichern zu fiedeln, weil ihn eine Magen-Darm-Grippe ans Bett fesselt. Allerdings hätte er nicht ausgerechnet Uli als seinen Stellvertreter schicken müssen, der mit einer ärmlichen Gayle-Tufts-Imitation am Ende eher peinlich dasteht. Der Großteil der aktuellen VLer bildet den VL-Chor, die den VL-Rap zum Besten geben. "Kommt die VL-Rap-CD auch bald als Song raus?" fragt sich Morgaine an dieser Stelle. Erleichtert stellt sie beim Blick auf die Bühne fest, daß alle von ihr favorisierten Personen anwesend sind. Beim großen VL-Quiz gewinnt dann ausgerechnet ein Storyliner eine Statistenrolle. Nun muß der arme Kerl auch noch das Zeug spielen, das er da verzapft. Das wird ihm hoffentlich eine Lehre sein!
Die Moderatorin jedenfalls hat sich tapfer und professionell geschlagen
und das Triumvirat fällt einstimmig in Erikas Lob ein, die
als einzige Gayle Tufts ehrt und zwar mit folgenden Worten: "Die
beste Moderatorin, die wir uns wünschen können!".
Wahr gesprochen!
22.00 Uhr
Als das Buffet eröffnet wird, gibt es kein Halten mehr und
für uns ist nun Zeit zum Scannen. Diverse Lindenstraßler
werden gesichtet: Karsten Flöter, Philipp Sperling, eine
schwangere Tanja Schildknecht, Käthe, Iffi und Mary, sowie
etliche Marienhöfler. Auch verschollene, verstorbene und
verzogene VLer sind anwesend: Anna, Florian, der auferstandene
Ramon, Tim, Nicole, Jessica, Sophie, die Prinzenrolle, Tanja,
Radjan, und Nicks Komaarzt. Via Bildschirm erreichen uns Grüße,
nicht nur von Mutter Beimer, ihrem Erich und den Belegschaften
unterschiedlichster Serien, auch Harald Schmidt gratuliert und
nutzt wieder einmal die Gelegenheit zu betonen, daß VL seine
Lieblingssoap sei: "Die Handlung ist mir scheißegal.
Ich gucke VL nur wegen der knackigen Mädels!". Sein
Kupferstecher und Hausmusiker Helmut Zerlett ist leibhaftig anwesend,
in Begleitung einer charmanten Dame, deren Aufgabe es ist, ihm
seine legendäre Videokamera hinterherzutragen. Er bestätigt
unsere Vermutung, daß seine Ergebnisse - sofern gelungen
- bei dem König der Lästerer zu sehen sein werden, worauf
Morgaine ihn ermahnt, sich auch ordentlich Mühe zu geben.
Die Garderobe ist wirklich eine nähere Betrachtung wert.
Frank gibt sich weltmännisch in dezent-grauem Zwirn, Jacki
verschwindet fast unter einem langen Mantel, mehreren Lagen Chiffon
und hohen Stiefeln. Anna erscheint in einem unsäglichen Strickkleid
über einer Jeans, dazu kniehohe Stiefel mit Mörderabsätzen.
Ramona geht rückenfrei bis zur Ohnmacht. Erika im Lederkostüm
vom Allerfeinsten und Nina in einem hinreißenden Kleid,
das eigentlich keine Wünsche mehr offenläßt. Dazu
trägt sie allerdings merkwürdigerweise Turnschuhe. Auch
Rabärbel geht mit der Zeit und kombiniert hellen Hosenanzug
ebenfalls mit Turnschuhen. Sollten wir da einen Modetrend verpaßt
haben? Diese Frage stellen wir uns auch bei der Betrachtung der
Beinkleider etlicher Damen: Minirock oder Schürzchen über
der Hose!
Nun folgt noch eine Aufklärung über die Herkunft und
Mission des Triumvirats und es zeigt sich, daß Frau Dell
Internet-mäßig bewandert und am Underground durchaus interessiert
ist! Morgaine wird es ein zweiter Ostermontag sein, ihr die Adresse
zu übermitteln. Den Rest des Abends zehrt sie jedenfalls
noch von dem Bild des strahlenden Gesichts der oben Besungenen.
18.03.99, 0.40 Uhr
TilMan ist breit, Dennis ist breiter, Patte ist am breitesten.
Letzterer erklimmt die Bühne, nötigt den DJ zum Abschalten
der Musik, beginnt lautstark Caros Geburtstag auszurufen und fordert
die Gäste auf, dem Geburtstagskind zu gratulieren. Diese
jedoch murren und verlangen nach der Musik. Patte ist auf diesem
Wege nicht beizukommen, denn er beteuert, daß es ihm "scheißegal"
sei, was wir von ihm denken und fährt fort, Caro lautstark
auf die Bühne zu zitieren. Die kluge Frau aber versteckt
sich in der dunkelsten Ecke des Saales. Endlich erbarmt sich Dennis
und fragt, ob er den sternhagelvollen Beinahe-Priester "runterholen"
solle, was von Gilligan und Morgaine vehement bejaht wird. Der
DJ setzt dem Ganzen dann gnädig ein Ende, indem er einfach
die Musik wieder aufdreht und so Patte von der Bühne fegt.
Dafür tanzt Sascha hingebungsvoll mit Caro. Bei einem besonders
eleganten Schwung entgleitet sie seinen Armen und vollzieht einen
fließenden Partnerwechsel zu einer netten Dame. Sascha bleibt
verblüfft mit leeren Händen zurück und schaut wie
ein ganzes Rudel begossener Pudel. Nicht nur der arme Pudel wird
fürderhin von der roten Zora ignoriert, auch Morgaine übersieht
bedauerlicherweise die telefonierend am Boden kniende Kati und
verpaßt ihr - versehentlich versteht sich - einen Tritt
in den Hintern.
Die meisten VL-Darsteller über 30 (bis auf Clarissa, die
zwar ihr Alter nicht verrät, aber trotzdem nicht mehr für
29 durchgeht) haben die Party mittlerweile verlassen. Der Spaß
jedoch fängt jetzt erst richtig an. Während der Captain
seinem Fühlalter entsprechend ein Kölsch nach dem anderen
vernichtet und mit großen Schritten auf das Delirium zuschreitet,
treffen Gilligan und Morgaine auf eine ausgesprochen gutgelaunte
Nina, deren blaue Augen live noch viel blauer und deren Lachen
noch viel ansteckender ist. In VL darf sie nie so fett lachen,
wie sie es hier tut. Schade. Doch es kommt noch viel besser. Zu
vorgerückter Stunde quietscht sie lautstark, als Dennis ihr
in schwer angeschlagenem Zustand einen Eiswürfel ins zugegebenermaßen
traumhafte Dekolleté steckt, und da Nina eine wehrhafte
Frau ist, artet diese Aktion bald in eine wilde Eiswürfelschlacht
aus. Patte scheint sich daraufhin vernachläßigt zu
fühlen, steigt auf einen Tisch und zieht seinen Gürtel
aus der Hose. Die tapferen und wirklich abgehärteten Forumsritterinnen
befürchten schon das Schlimmste, aber er röhrt lediglich
und schnalzt mit dem Lederriemen. Dann entdeckt er Frank und jagt
den armen Blondling peitschenknallend rund um die Tanzfläche.
3.00 Uhr
Inzwischen ist der harte Party-Kern unter sich. Der Captain ist
samt Wirtin längst verschwunden, doch der weibliche Teil
des Triumvirats harrt aus, denn der Abend ist eigentlich noch
jung. Sehr beeindruckend sind Ninas diverse Tanzeinlagen mit etlichen
Partnern, besonders aber die mit Nils, der nicht im mindesten
tot wirkt und seine äußerst geschmeidige Tanzpartnerin
gekonnt über das Parkett wirbelt. TilMan läßt
sein Keuschheitsgelöbnis fahren und tauscht Körperflüssigkeiten
mit einer unbekannten Blonden, während Dennis - seinem Motto
getreu "Proll as proll can" - seinem Ruf alle Ehre macht
und kaum noch gerade gehen kann. Anna bewegt sich immer noch halb
komatös über die Tanzfläche und es wird gerätselt,
was sie wohl eingeworfen haben mag. Den DJ verlassen langsam sowohl
alle guten als auch weniger guten Geister, als er beginnt, etliche
Songs zu wiederholen. Morgaine sträuben sich ob dieser Ungeheuerlichkeit
die Nackenhaare, das geht nun wirklich gegen den Strich ihrer
DJ-Ehre!
4.30 Uhr
Gilligan und Morgaine beschließen, daß sie dem Abend
alles entlockt haben, was möglich war und machen sich auf
den Weg in die jeweiligen Schlafquartiere. Morgaine überlegt
kurzfristig, ob es sich überhaupt lohnt, das Bett aufzusuchen,
genießt einen kleinen Morgenspaziergang und wundert sich
über die Vögel, die bereits begonnen haben wild zu spektakeln.
Schließlich landet sie doch in ihrem Etablissement und macht
sich nach 3 Stunden Schlaf schon wieder auf den Weg, um den Captain
und Gilligan zwecks Frühstück zu treffen.
11.00 Uhr
Die Nahrungsaufnahme besorgen dann Gilligan und ein stark angeschlagener
Captain, während Morgaine müde aber verträumt und
höchst zufrieden in ihrem Cappuccino rührt. Der vergangene
Abend wird noch einmal aufgerollt und erste Ideen für den
abzuliefernden Bericht werden ausgetauscht. Gilligan hört
jedoch mit ihren sensiblen Ohren bald die Arbeit rufen und schwingt
sich in die geliehene Reißschüssel, um diesem Ruf zu
folgen.
Da Nina sich entlocken ließ, wo sie ihr Gewand herhatte, wird der arme Captain durch sämtliche Klamottenläden der Kölner Innenstadt geschleift, leider erfolglos........
Dann läßt
man sich von Frau Wirtin noch ein wenig
die schöne Stadt Köln zeigen. Ein must ist natürlich
das Schokoladenmuseum! Ja, der Ort
an dem Anna sehnsüchtig auf Ramon wartete und sich dann mit
Frank begnügen mußte.....
Morgaine ist gar nicht mehr vom Schokoladenbrunnen wegzukriegen;
eine Waffel nach der anderen wandert in das angeschlagene Persönchen.
Und auch die Knie haben den gestrigen Tanzabend noch nicht verziehen:
"Man merkt das Alter an den Kindern und den Knien..."
(Morgaine) Schnell zum Bahnhof, der Zug geht gleich!
15:21
Der Zug rollt an, Zeit für die Nachbearbeitung
der Operation "Reality bites VL". Der
Captain und Morgaine verbringen tatsächlich die gesamte 4einhalb
stündige Zugfahrt mit dem Außschlachten des gesammelten Materials,
begleitet von regelmäßigen Seufzern
und einem viertelstündlich vorgetragenem "Haaaaach,
war das schön...". seitens Morgaine. Um 17:55 ärgern
sich beide,
daß Der Captain seinen portablen Fernseher nicht dabei hat
und dann sind sie
auch schon wieder daheim. Stolz wie Oskar verabschieden sie
sich im Bewußtsein, "ganz
grosses Tennis" gesehen zu haben...
Fremdbeiträge: Gilligan / Der Captain